Am 22. Mai um 12:00 wurden im Ruhrgebiet 311 Ballons hoch gelassen. Überall dort, wo früher mal eine Zeche war, oder noch ist.
In Bönen gab es auch mal eine Zeche. Und damit gibt es auch hier eine gelbe Luftstecknadel. Wir waren schon um 11:00 da und fanden entspannte Hauptverantwortliche für den Aufstieg vor. Weil die Honoratioren immer pünktlich sind – gab es also noch Zeit und Gelegenheit mit den Beiden auf den alten Förderturm zu fahren. Super Ausblick und Einblick auf die Technik inklusive. Danke!

Nicht zu übersehen, wenn man von Oberhausen Richtung Hannover fährt: Die Halden von Bottrop. Hier Bilder von der Halde Haniel, die zum Teil auch noch für Abraum aus der laufenden Schachtanlage nebenan genutzt wird. Auf der Kuppe findet man, neben einem tollen Ausblick, Kunst.
Agustín Ibarrola hat aus über 100 Bahnschwellen eine Landschaft aus “Totems” gestaltet. Muss man gesehen haben.
Vorher muss man allerdings auch erst einmal auf die Halde hoch – immerhin 159m. Aber der Ort ist soetwas von spannend – das werde ich noch öfters sein.

Das echte Ruhrgebiet, so wie man es sich vorstellt, findet man entlang der Emscher. Dort hat die Kohle- und Stahlindustrie auch Ihr Ende gefunden. Da lebten und leben die Malocher. Gebaut für eine Industrie (hier für die Zeche Prosper II), lebten die Menschen zusammen vor Ort. Ein Ortsteil als Schmelztiegel. Nicht nur für Stahl.
Mit dem Ende der Kohle verfallen die Ortschaften.
In Bottrop findet man die Welheimer Mark. Besser nicht unterkellern – die Emscher ist zu nah. Verlassene Häuser warten auf phantasievolle Investoren, der Bücherbus auf Leser. Die verlassenen Ställe hinter den Häusern: Kein Schwein mehr da.
Ich werde bald mal wieder vorbeifahren. Hoffnung gibts: Diese kleinen Ortsteile, mit überschaubarer Nachbarschaft, sind ein schöner Lebensraum. Mal sehen…

Wenn der bestellte Golf mal nicht da ist, dann gibt es schon mal ein Upgrade. Das kann, muss aber nicht gleich so eine S-Klasse sein. Passte so gerade für die geplante Foto Session in Dortmund. Hier in der Nähe vom Dortmunder Hafen, in Huckarde.
Christian in einer aufgegeben Gichtgasröhre in Hörde.
Wo früher ein stadtbestimmendes Stahlwerk stand, wird jetzt auf eine neue Bestimmung gewartet. Die kommt in Form von ziemlich viel Wasser und einem Naherholungsgebiet. Mit ganz neuen Aussichten für die Anwohner.
Die Emschern hinter Dortmund beim Örtchen Ickern.
Kurz vor Dortmund verliert die Emscher ihre Unschuld. Und wird in einem Betonkorsett zu niederen Gewässeraufgaben erzogen. Das bedeutet Abwasser und Grundwasser transportieren. Letzteres gegen das Absaufen des nördlichen Ruhrgebiets: Ohne die rund 100 Pumpen würde ein Drittel der Region unter Wasser stehen.
Zwei Kinder an der Emscher Quelle bei Holzwickede.
Kaum zu glauben, dass in dieser Idylle ein Wasser entspringt, was eine ganze Region geprägt hat. Und das viel stärker als die Ruhr. Das echte “Malocher”-Ruhrgebiet findet man am ehesten entlang der Emscher.